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zurück 14.08.2026
Heutzutage wird viel über bezahlbaren Wohnraum diskutiert. Bezahlbarkeit wird dabei an der Nettomiete festgemacht. Was unbeachtet bleibt: Die Betriebskosten. Wer in einer Mietwohnung lebt, weiß allerdings, dass das so nicht stimmt. Entscheidend ist, was unterm Strich jeden Monat vom Konto abgebucht wird. Und das ist nicht nur Nettomiete, sondern Nettomiete plus Betriebskosten. Gerade diese Betriebskosten – oft als „zweite Miete“ bezeichnet – sind in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. Dennoch werden sie in der politischen Debatte weitgehend ausgeblendet.
Dabei haben private Vermieter auf die Betriebskosten, insbesondere die kommunalen Abgaben, keinen Einfluss, darauf weist Haus & Grund hin.
Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat im Auftrag von Haus & Grund Deutschland ein Müllgebührenranking erstellt. Untersucht wurden die Abfallgebühren der nach Einwohnerzahl 100 größten Städte Deutschlands. In Niedersachsen zeigt sich zwar ein unterschiedliches, aber dennoch zu teures Bild.
Günstigste Stadt im Ranking in Niedersachsen ist Wolfsburg. Dort zahlt eine vierköpfige Musterfamilie für einen 14-tägigen Vollservice 175,70 Euro im Jahr. Im Jahr 2022 waren es noch 128,40 €. Die Preissteigerung übertrifft dennoch die Inflation von ca. 10% in diesem Zeitraum bei Weitem.
Ähnlich sieht es bei den Städten Hildesheim (14-tägiger Teilservice: 2026 – 204,00 €, 2022 – 182,40 €), Braunschweig (14-tägiger Vollservice: 2026 – 286,40 €, 2022 – 257,80 €) und Göttin-gen (14-tägiger Vollservice: 2026 – 305,80 €, 2022: 251,00 €) aus.
Die teuerste niedersächsische Stadt ist Salzgitter. Dort haben sich die Kosten bei einem 14-tägigem Teilservice von 314,10 € im Jahr 2022 auf 346,30 € im Jahr 2026 erhöht. Es folgen die Städte Hannover (14-tägiger Vollservice: 2026 – 386,89 €, 2022 – 358,20 €) und Osnabrück (14-tägiger Vollservice: 2026 – 433,10 €, 2022 – 389,60 €). Die Erhöhungen entsprechen in diesen Städten zwar ungefähr der Inflation oder liegen darunter, sind aber bereits im Ausgangspunkt zu hoch.
„Müllgebühren gehören zu den Wohnkosten. Die Auflistung zeigt, dass die kommunalen Gebühren immer stärker zu einem Kostentreiber für Eigentümer und Mieter geraten.“, so der Haus & Grund.
Hinzu kommt: Laut einer aktuellen Erhebung des Bundes der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen haben im Jahr 2026 insgesamt 147 der 941 niedersächsischen Kommunen (15,6%) ihren Grundsteuer-B-Hebesatz angehoben. Zwar waren es im Jahr 2025 noch rund ein Drittel der Städte und Kommunen. Allerdings führt der Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen den Rückgang in diesem Jahr auf die anstehenden Kommunalwahlen zurück. Nach Angaben des BdSt-Vorstands Jan Vermöhlen ist dies nicht ungewöhnlich. Anhebungen in den Jahren nach der Wahl fallen „deutlicher und zahlreicher“ aus.
Die kommunalen Abgaben sind keine Nebensächlichkeit. Sie sind Bestandteil der Wohnkosten und treffen Eigentümer und Mieter gleichermaßen. Jeder zusätzliche Euro bei Müll, Abwasser oder Grundsteuer erhöht die Belastung der Haushalte.
Neben den kommunalen Gebühren treiben auch gesetzliche Vorgaben die Betriebskosten in die Höhe. Klimaschutz ja, aber mit Augenmaß. Wartungspflichten, CO₂-Bepreisung oder zusätzliche Prüf- und Dokumentationspflichten – all das verursacht laufende Kosten. Diese erscheinen nicht in der Nettomiete, sondern in der Betriebskostenabrechnung.
Wer ernsthaft über bezahlbaren Wohnraum sprechen will, muss die Perspektive erweitern. Die Kaltmiete zu deckeln oder zu regulieren und zugleich Gebühren, Abgaben und Auflagen zu erhö-hen, ist der falsche Weg. Entscheidend ist die Gesamtmiete, also die Summe aus Nettomiete und Betriebskosten.
Daraus folgen einige einfache, aber konsequente Schritte:
Wohnkosten sollten in der politischen Debatte immer als Gesamtpaket betrachtet werden, nicht nur als Quadratmeterpreis der Nettomiete.
Kommunen, Versorgungsunternehmen, Gesetzgeber und Wohnungswirtschaft müssen gleichermaßen Verantwortung übernehmen, wenn es um bezahlbares Wohnen geht.
Solange die Betriebskosten in der Diskussion eine Nebenrolle spielen, werden viele Maßnahmen ins Leere laufen, so Haus und Grund. Bezahlbarer Wohnraum ist mehr als eine schöne Netto-mietzahl in einer Statistik. Er bemisst sich daran, ob die Menschen die gesamte Wohnkostenbelastung dauerhaft tragen können. Wer das Ziel wirklich erreichen will, muss die Betriebskosten genauso ernst nehmen wie die Miete selbst.
Haus & Grund Lüneburg e.V. ist über den Landesverband Haus & Grund Niedersachsen Teil der bundesweiten Eigentümerschutz-Gemeinschaft mit insgesamt mehr als 900.000 Mitgliedern.
________________________________________
Pressekontakt:
Haus & Grund Lüneburg e.V.
Altenbrückerdamm 14
21337 Lüneburg
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Dabei haben private Vermieter auf die Betriebskosten, insbesondere die kommunalen Abgaben, keinen Einfluss, darauf weist Haus & Grund hin.
Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat im Auftrag von Haus & Grund Deutschland ein Müllgebührenranking erstellt. Untersucht wurden die Abfallgebühren der nach Einwohnerzahl 100 größten Städte Deutschlands. In Niedersachsen zeigt sich zwar ein unterschiedliches, aber dennoch zu teures Bild.
Günstigste Stadt im Ranking in Niedersachsen ist Wolfsburg. Dort zahlt eine vierköpfige Musterfamilie für einen 14-tägigen Vollservice 175,70 Euro im Jahr. Im Jahr 2022 waren es noch 128,40 €. Die Preissteigerung übertrifft dennoch die Inflation von ca. 10% in diesem Zeitraum bei Weitem.
Ähnlich sieht es bei den Städten Hildesheim (14-tägiger Teilservice: 2026 – 204,00 €, 2022 – 182,40 €), Braunschweig (14-tägiger Vollservice: 2026 – 286,40 €, 2022 – 257,80 €) und Göttin-gen (14-tägiger Vollservice: 2026 – 305,80 €, 2022: 251,00 €) aus.
Die teuerste niedersächsische Stadt ist Salzgitter. Dort haben sich die Kosten bei einem 14-tägigem Teilservice von 314,10 € im Jahr 2022 auf 346,30 € im Jahr 2026 erhöht. Es folgen die Städte Hannover (14-tägiger Vollservice: 2026 – 386,89 €, 2022 – 358,20 €) und Osnabrück (14-tägiger Vollservice: 2026 – 433,10 €, 2022 – 389,60 €). Die Erhöhungen entsprechen in diesen Städten zwar ungefähr der Inflation oder liegen darunter, sind aber bereits im Ausgangspunkt zu hoch.
„Müllgebühren gehören zu den Wohnkosten. Die Auflistung zeigt, dass die kommunalen Gebühren immer stärker zu einem Kostentreiber für Eigentümer und Mieter geraten.“, so der Haus & Grund.
Hinzu kommt: Laut einer aktuellen Erhebung des Bundes der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen haben im Jahr 2026 insgesamt 147 der 941 niedersächsischen Kommunen (15,6%) ihren Grundsteuer-B-Hebesatz angehoben. Zwar waren es im Jahr 2025 noch rund ein Drittel der Städte und Kommunen. Allerdings führt der Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen den Rückgang in diesem Jahr auf die anstehenden Kommunalwahlen zurück. Nach Angaben des BdSt-Vorstands Jan Vermöhlen ist dies nicht ungewöhnlich. Anhebungen in den Jahren nach der Wahl fallen „deutlicher und zahlreicher“ aus.
Die kommunalen Abgaben sind keine Nebensächlichkeit. Sie sind Bestandteil der Wohnkosten und treffen Eigentümer und Mieter gleichermaßen. Jeder zusätzliche Euro bei Müll, Abwasser oder Grundsteuer erhöht die Belastung der Haushalte.
Neben den kommunalen Gebühren treiben auch gesetzliche Vorgaben die Betriebskosten in die Höhe. Klimaschutz ja, aber mit Augenmaß. Wartungspflichten, CO₂-Bepreisung oder zusätzliche Prüf- und Dokumentationspflichten – all das verursacht laufende Kosten. Diese erscheinen nicht in der Nettomiete, sondern in der Betriebskostenabrechnung.
Wer ernsthaft über bezahlbaren Wohnraum sprechen will, muss die Perspektive erweitern. Die Kaltmiete zu deckeln oder zu regulieren und zugleich Gebühren, Abgaben und Auflagen zu erhö-hen, ist der falsche Weg. Entscheidend ist die Gesamtmiete, also die Summe aus Nettomiete und Betriebskosten.
Daraus folgen einige einfache, aber konsequente Schritte:
Wohnkosten sollten in der politischen Debatte immer als Gesamtpaket betrachtet werden, nicht nur als Quadratmeterpreis der Nettomiete.
Kommunen, Versorgungsunternehmen, Gesetzgeber und Wohnungswirtschaft müssen gleichermaßen Verantwortung übernehmen, wenn es um bezahlbares Wohnen geht.
Solange die Betriebskosten in der Diskussion eine Nebenrolle spielen, werden viele Maßnahmen ins Leere laufen, so Haus und Grund. Bezahlbarer Wohnraum ist mehr als eine schöne Netto-mietzahl in einer Statistik. Er bemisst sich daran, ob die Menschen die gesamte Wohnkostenbelastung dauerhaft tragen können. Wer das Ziel wirklich erreichen will, muss die Betriebskosten genauso ernst nehmen wie die Miete selbst.
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